Der Aktienmarkt verdient seit einiger Zeit wieder stärkere Beachtung. Die Kurse sind von den Höchstständen kräftig zurückgegangen. Doch ist es jetzt Zeit, wieder zu investieren? Wer die Börse beobachtet, sieht ein Auf und Ab, eine ungewöhnlich hohe Volatilität. Das ist eigentlich das klassische Umfeld, in dem sich Daytrader und andere kurzfristige Spekulanten eigentlich so richtig wohlfühlen können.

Aktienmarkt - Prognosen

Kraftakt keineswegs honoriert

Doch das kann auch ins Auge gehen. Wer beispielsweise darauf setzte, dass die USA nicht zahlungsunfähig werden können, hat zwar Recht behalten – doch die Börse hat diesen Kraftakt keineswegs honoriert. Im Gegenteil – die Furcht vor den Auswirkungen der riesigen Staatsdefizite, die allerorten zu finden sind, ist noch gestiegen.

Verlässlichen Rahmendaten

Dies ist auch der Hauptgrund für die aktuelle Lage an den Aktienmärkten. Solange hier keine verlässlichen Rahmendaten verfügbar sind, bleibt die Unsicherheit bestehen. Andererseits ist es eine alte Börsenregel, dass man dann kaufen sollte, wenn die Kanonen donnern – oder wenn alle auf der Seite der Verkäufer stehen.

Kurse von Großbanken

Es ist schon eine merkwürdige Situation, wenn die Kurse von Großbanken unter den Buchwert heruntergeprügelt werden. Oder wenn gesunde Unternehmen eine zweistellige Dividendenrendite abwerfen und trotzdem noch unter dem Buchwert notieren. Das müssten doch eigentlich Schnäppchen sein? Wenn der amerikanische Milliardär Warren Buffet einkauft – sollte dieser kein glückliches Händchen mehr haben?

Aktienengagements auf Kredit

Sicherlich ist es derzeit nicht ratsam, Aktienengagements auf Kredit einzugehen. Aber solide Aktien mit guter Dividendenrendite, deutlich über der von Bundesanleihen, das sollte doch auf Dauer eine bessere Alternative sein. Ins Depot legen und vergessen – und sich jedes Jahr über eine Ausschüttung freuen, die über der von Bundesanleihen liegt, das ist nicht die schlechteste Devise. Schließlich ist das Problem der Staatsdefizite inzwischen erkannt. Und auch wenn die Sanierung der Haushalte die Spielräume für die Stimulation des Wirtschaftswachstums begrenzt, muss das kein schlechtes Zeichen sein. Wer dennoch gute Gewinne erwirtschaftet, hat in einem wieder besseren Umfeld noch größere Chancen. Also – warum jetzt nicht zugreifen?

Das richtige Rezept

Bei volatilen Märkten empfiehlt es sich für den langfristig denkenden Anleger, sich nach einer sorgfältig getroffenen Entscheidung nicht irremachen zu lassen. Nicht gleich das ganze Pulver verschießen und lieber noch einmal nachkaufen, falls die Kurse nochmals zurückkommen, das ist das richtige Rezept.

Und der Kurzfristspekulant? Er kann ebenso in Werten spekulieren, die langfristige Perspektiven bieten. Dann ist es nicht so schlimm, wenn eine Spekulation schief geht. Solch eine Aktie kann man sicherlich längerfristig halten.

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